Die Grüne Fraktion Friedrichshain-Kreuzberg kritisiert den Berliner Senat scharf für die geplante Streichung der Mittel für das Gangway-Projekt am Kottbusser Tor. Obwohl der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) die Fortführung aller Projekte aus dem Sicherheitsgipfel in der Vergangenheit mehrfach zugesagt hatte, will die zuständige Jugendsenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) das dafür eingeplante Geld nun anderweitig einsetzen.
Gleichzeitig plant das Land, bis zu 611.000 Euro für Sicherheitsdienste inklusive Spürhunden zur nächtlichen Schließung des Görlitzer Parks auszugeben. Für die Grüne BVV-Fraktion von Friedrichshain-Kreuzberg ist das ein fatales politisches Signal: Repression und Verdrängung werden finanziert, Prävention und Krisenintervention gestrichen.
Die Fraktionsvorsitzenden Olja Koterewa und Pascal Striebel erklären: „Für Spürhunde ist plötzlich Geld da, für Straßensozialarbeit nicht. Das ist keine Sicherheitspolitik, das ist verantwortungslos. Wer Hilfe streicht, verschärft vorhandene soziale Konfliktlagen und spielt mit der Zukunft unserer Stadtgesellschaft.
Die Grüne Fraktion fordert die Jugendsenatorin auf, die zugesagten Mittel für Gangway umgehend bereitzustellen. Politische Zusagen für soziale Angebote müssen auch eingehalten werden. Das Projekt hat sich bewährt und der Träger leistet seit vielen Jahren herausragende Arbeit.
Die Fraktionsvorsitzenden weiter: „Behördenpingpong auf dem Rücken der Jugendlichen können wir uns nicht leisten. Senatorin Günther-Wünsch muss dafür sorgen, dass dieses wichtige Projekt der sozialen Arbeit nahtlos fortgesetzt und nicht eingestampft wird. Es kann nicht sein, dass der Senat für Symbolpolitik wie die Bewachung des Görli-Zauns Mittel im 6-stelligen Bereich organisieren kann, für die Notlagen junger Menschen unserer Stadt aber kein Geld mehr da ist.
Kontext:
Das Projekt von Gangway e.V. existiert seit April 2025 und richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren, von denen viele von problematischem Suchtmittelkonsum betroffen sind. Die aufsuchende Straßensozialarbeit am Kottbusser Tor ermöglicht Beziehungsaufbau, Krisenintervention, Stabilisierung und die Anbindung an weiterführende Hilfesysteme.