Mündliche Anfrage gestellt von Dr. Dominik Pross, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur BVV am 28. Januar 2026

Ich frage das Bezirksamt:

  1. Welche Möglichkeiten Blut zu spenden gibt es aktuell im Bezirk?
  2. Wann und in welchen Einrichtungen haben die letzten Blutspende-Termine im Bezirk stattgefunden?
  3. Wann und in welchen Einrichtungen ist mit weiteren Blutspende-Terminen zu rechnen?

Es antwortet Max Kindler, Bezirksstadtrat, Abt. Jugend, Familie und Gesundheit

Herr Dr. Pross, heute ist glaube ich Ihr Tag, was Anfragen angeht, aber das freut mich, dass auch mal das Gesundheitsthema hier aufgegriffen wird an der Stelle, was ja nicht allzu oft vorkommt.

Bevor ich Ihre Anfrage beantworte, möchte ich eine Anmerkung machen, dass ich doch etwas überrascht bin über diese Anfrage, weil, das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg keine Zuständigkeit für Blutspendentermine hat bzw. diese auch nicht organisieren kann. Ich hätte auch gedacht, dass Sie das wissen, aber dafür ansprechbar sind in der Regel Gesundheits- bzw. Wohlfahrtsverbände wie zum Beispiel das Rote Kreuz oder auch andere.

Das Gesundheitsamt bietet keine Möglichkeiten zur Blutspende an. Informationen zu Blutspendenterminen werden nicht an das Gesundheitsamt übermittelt. Zuständige Überwachungsbehörde ist in Berlin das LAGeSo. Trotzdem habe ich versucht, die Infos zusammenzustellen, die zum Blutspenden vor Ort und Termin in Friedrichshain-Kreuzberg gefunden werden konnten.

zu Frage 1: Direkt im Bezirk gibt es meines Wissens nach keine feste und ganzjährig betriebene Blutspendenstation des regional zuständigen DRK Blutspendedienst Nordost. Viele der regelmäßigen DRK-Termine finden mobil an wechselnden Orten statt. Stationäre regelmäßige Spendenorte Nahe Friedrichshain-Kreuzberg sind u.a. der DRK-Blutspendedienst Nordost gGmbH, Blutspendezentrum im ALEXA Berlin, Blutspende Charité Campus Mitte, regelmäßige Blutspende direkt bei der CSL Plasma Berlin Nahe Kreuzberg und es gibt Blut- und Plasmazentren in anderen Berliner Bezirken, wie zum Beispiel das Haema-Blutspendezentrum Berlin-Prenzlauer Berg bzw. weitere Haema-Zentren oder DRK-Institute, die regional erreichbar sind.

zu Frage 2: Konkrete vergangene Termin speziell nur im Bezirk sind nicht zentral archiviert bzw. können von uns aufgrund fehlender Zuständigkeit auch nicht kurzfristig angefordert werden.

zu Frage 3: Beispiel für einen konkreten Termin in Friedrichshain: Am 09.03. d. J. Blutspende Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin in Friedrichshain von 15:00 Uhr bis 19:00 Uhr. Solche Termine sind meist Einmalaktionen oder mobile Spendenaktionen, die lokal über das DRK und andere Verbände organisiert werden.

Nachfrage 1 (Frau Koterewa): Herr Kindler, das ist sehr lieb von Ihnen, dass Sie für uns gegoogelt haben. Tatsache würde uns interessieren, ob es eine Möglichkeit wäre, dass sich das Bezirksamt dafür einsetzt, dass Blutspenden zum Beispiel auch in bezirklichen Einrichtungen möglich ist und man das auch großflächig bewerben kann, weil, wie wir alle wissen, herrscht gerade Blutmangel und es sollte niedrigschwellig zugängig sein und dafür aus den Friedrichshain ins ALEXA zu fahren, ist dann doch sehr aufwendig.

zu Nachfrage 1: Sie haben Recht, was den Punkt angeht. Wir haben in Deutschland ein Problem mit Blutkonserven, auch in anderen Punkten, was zum Beispiel Organspendenbereitschaft angeht, was deutlich mehr ausgeprägt ist. Ich möchte nur betonen, ich glaube, wenn man googelt, wie ich es jetzt getan habe, findet man auch in Friedrichshain-Kreuzberg eben Angebote, die mobil stattfinden und wer wirklich Blut spenden will, hat, glaube ich, kein Problem einen Ort zu finden, wo das möglich ist.

Wo ich Ihnen Recht gebe, durchaus das Bezirksamt prüfen kann, ob es nicht sinnvoll wäre, auch darauf aufmerksam zu machen, dass einfach Blutspenden notwendig sind und auch Leben rettet und das entsprechend auch in bezirklichen Einrichtungen oder über die Pressestelle, Social Media zu bewerben. Das würden wir mitnehmen und auch an der Stelle einmal prüfen.

Nachfrage 2 (Frau Schmidt-Stanojevic): Welche Kenntnisse hat das Bezirksamt denn darüber, dass in den letzten Jahren immer vorm Rathaus Kreuzberg ein Blutspendenbus stand, wo Leute spontan hingehen konnten, wenn sie einen Termin im Bürgeramt hatten, um Blut zu spenden, also was ist da passiert? Warum gibt es diesen Bus nicht mehr?

zu Nachfrage 2: Ich muss sagen, ich kann Ihnen jetzt nicht beantworten, warum das an der Stelle eingestellt wurde. Ich habe jetzt auch nicht entnehmen können bei der Kollegin, die für das Amt, das Bürgeramt zuständig ist, ob es da irgendwie eine Nachricht gab vom DRK, das haben Sie ja gesagt, wurde vom DRK ja auch betrieben. Das heißt, auch da ein privater Wohlfahrtsverband an der Stelle. Über die Gründe jetzt der Einstellung dieses Blutspendebusses vor dem Bürgeramt kann ich Ihnen hier keine Aussage geben.

Nachfrage 3 (Herr Dr. Pross): Das Googeln beherrsche ich ja durchaus auch. Ich bin eben dabei darauf gestoßen, dass es in anderen Bezirken u.a. Blutspendentermine des DRK-Blutspendendienst Nordost in Schulen gibt, dazugehörige Sporthallen usw. und so fort. Da gehe ich mal davon aus, dass das zumindest nicht ohne Wissen und Wollen des jeweiligen zuständigen Bezirksamtes passiert und deswegen, vielleicht hätte ich die Frage präziser stellen sollen, wäre eben die Frage: Was tut das Bezirksamt in dieser Hinsicht, um in Kooperation mit derlei Blutspendendiensten Termine anzubieten?

zu Nachfrage 3: Vielen Dank Herr Pross für die Nachfrage und die Schilderung von Erfahrungen aus anderen Bezirken. Ich glaube am Ende, ob es sich auf ein einzelnes Bezirksamt, sprich der Abteilung auch in seinem entsprechenden Fachvermögen, dass eben, Sie haben es auch beschrieben mit privaten Wohlfahrtsverbänden zu organisieren, das ist keine zentrale Aufgabe des Gesundheitsamtes, da jetzt für alle entsprechenden Ämter Organisation, Planung durchzuführen, aber ich glaube, wenn ein Amt die Motivation hat, das Interesse, dann ist es durchaus in der Lage dazu, sich auch dann an die entsprechenden Organisationen zu wenden und dann auch in seine Räumlichkeiten entsprechend Blutspendenaktionen durchzuführen. Für den Bereich Schule glaube ich, dass eine Abstimmung mit der Schulaufsicht u.a. wahrscheinlich, wenn solche Dinge stattfinden würden, aber dazu könnte Herr Hehmke wahrscheinlich auch im Ausschuss vielleicht mal an der Stelle, was auch gut diskutiert werden könnte, mehr sagen.

zu Nachfrage 3, Ergänzung BezStR Herr Hehmke: Ja, ganz kurz. Also ich kann Ihnen definitiv versichern, dass in meiner Abteilung und im Schul- und Sportamt keine Anfrage eingegangen ist, weder vom DRK noch von anderen Organisationen, ob wir Räumlichkeiten in Schulen für Blutspendenaktionen bereitstellen können. Ich kann  mich gerne erkundigen, wie das in anderen Bezirken läuft. Wir haben ja sozusagen auch strenge Kinderschutzvorgaben an Schulen, also d. h., bei laufendem Schulbetrieb kann ich mir jetzt nicht vorstellen, dass da eine größere Zahl von schulfremden Personen dann die Schulen betreten. Also da müsste man noch mal genau hinschauen, aber natürlich sind wir jederzeit bereit und …, also ich meine, weder die Bevölkerung noch freie Träger scheuen sich davor, sich Hilfe und Unterstützung suchend ans Bezirksamt zu wenden, egal, an welchen Stadtrat und welche Stadträtin, aber eine solche Anfrage tatsächlich ist bei uns nicht eingegangen und wenn die eingehen würde, würden wir uns mit Sicherheit damit auseinandersetzen.

Nachfrage 4 (Frau Schulte): Ich weiß nicht, machen wir es nicht zu kompliziert, aber meine Frage wäre: Sieht das Bezirksamt nicht eventuell die Notwendigkeit oder wäre es nicht im Interesse des Bezirksamts, sich vielleicht auch mal proaktiv um solche Möglichkeiten zu kümmern angesichts der Knappheit? Also weiß ich nicht und dann wäre es vielleicht auch nicht das Hochbauamt, sondern doch dann eher vielleicht das Gesundheitsamt oder Schulamt – ich weiß es nicht. Also es wird sich gerade sehr gewunden, sorry.

zu Nachfrage 4: Ich habe Ihnen ja schon zugesagt, dass wir auf jeden Fall bereit sind, auch bezüglich von … noch mal auch dafür zu werben, dass es dringlich ist, dass uns auch vorzunehmen, auch dann meine Abteilung an der Stelle, auch natürlich dann in anderen Räumlichkeiten, sprich, dass dann überall auch die entsprechende Werbung ausgehangen wird, ob es ein Plakat ist oder wie auch immer, kann man dann im Rahmen des Prozesses auch diskutieren und schauen.

Wie gesagt, über die Nutzung von Räumlichkeiten kann das Gesundheitsamt jetzt nicht zentral bestimmen im Bezirk, aber ich glaube, es wäre schon eine Möglichkeit, die wir auch prüfen würden, dass wir mal ans Gesundheitsamt proaktiv entsprechende Wohlfahrtsverbände anschreiben und nachfragen, ob die Interesse haben bei uns im Bezirk, solche Blutspendenmaßnahmen durchzuführen und dann müsste man in Abstimmung gehen, auch, wo das sinnvoll wäre und auch, wo das möglich ist. Am Ende, wie gesagt, mein Amt jetzt nicht zentral entscheiden kann, in welchen Räumlichkeiten was stattfindet. Aber ich glaube jetzt, dass die Kollegen nicht abgeneigt sind, dass auch in deren Räumlichkeiten, sofern das aufgrund von anderen Dingen möglich ist, auch Blutspendenaktionen stattfinden oder eben auch davor mit einem mobilen Bus, was ja auch noch mal entsprechend dann einfacher ist, was den Aufbau usw. angeht, wenn die Sachen schon fest in einem mobilen Fahrzeug implementiert sind.

 

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