Mündliche Anfrage gestellt von Jutta Schmidt-Stanojevic, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur BVV am 25. März 2026

Ich frage das Bezirksamt:

  1. In welchem Umfang werden Maßnahmen zum Hitzeschutz bei der Sanierung von Sportanlagen umgesetzt?
  2. Inwieweit werden für diesen Sommer Sonnensegel und Trinkbrunnen zum Schutz der Sportler*innen und Zuschauer*innen angeschafft?
  3. Wenn nein, aus welchem Grund konnten keine Maßnahmen ergriffen werden?

Es antwortet Andy Hehmke, Bezirksstadtrat, Abt. für Schule, Sport und Facility Management

1. In welchem Umfang werden Maßnahmen zum Hitzeschutz bei der Sanierung von Sportanlagen umgesetzt?

Das Schul- und Sportamt des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg setzt sich aktiv für den Hitzeschutz auf Sportanlagen ein und orientiert sich dabei am Musterhitzeschutzplan für den organisierten Sport (Bundesministerium für Gesundheit, 2025). Folgende Maßnahmen wurden bereits umgesetzt oder sind in Planung:

Bereits umgesetzte Maßnahmen:

  • Trinkwasserversorgung: Installation von Trinkwasserentnahmestellen auf ausgewählten Sportstätten, z. B. ein Wasserspender der Berliner Wasserbetriebe im Funktionstrakt der Flatow-Sporthalle (Sportanlage Lohmühleninsel) und geplant auf der Lasker-Sportanlage.
  • Aufklärung und Hinweise: Aushänge zu hitzebedingten Gesundheitsrisiken und Verhaltensempfehlungen.
  • Vegetation und Verschattung: Begrünung und Entsiegelung von Sportflächen, z. B. am Standort Lobeckstraße.
  • An den Fenstern der betroffenen Fassaden werden Außenjalousien installiert.

Geplante Maßnahmen (gemäß Musterhitzeschutzplan):

  • Erstellung von Hitze-Orientierungsplänen für jede Sportanlage mit kühlen Orten, Wasserstellen, Erste-Hilfe-Stationen und schattigen Aufenthaltsbereichen.
  • Bereitstellung von Kühlboxen, Sonnencreme und Leih-Kopfbedeckungen.
  • Beschattung von Coachingzonen, Auswechselbänken und SchiedsrichterInnen-Bereichen.
  • Anpassung der Trainings- und Spielzeiten bei Hitze.
  • Schulungen für Vereinsmitarbeitende und Übungsleitende zu Hitzeschutz und Erste Hilfe.
  • Langfristige bauliche Maßnahmen:
    • Weitere Entsiegelung und Begrünung von Nebenflächen, z. B. durch begrünte Pergolen oder Fassaden.
    • Verwendung hitzereflektierender Bodenbeläge auf neuen oder zu sanierenden Spielflächen.
    • Festschreibung von Mindeststandards für Hitzeschutz in allen künftigen Bauprojekten.

Integrierter bezirklicher Sportentwicklungsplan:

  • Der integrierte bezirkliche Sportentwicklungsplan steht kurz vor der Fertigstellung durch das beauftragte Institut INSPO. Der Sportentwicklungsplan enthält für einige Schulsport- und Sportanlagen individuelle Entwicklungskonzepte. Diese berücksichtigen auch den Hitzeschutz und sehen z. B. vor:
    • Überdachte Tribünen (z. B. Kurt-Ritter-Sportanlage, Günter-König-Sportplatz).
    • Verschattung durch Bäume oder künstliche Beschattungssysteme mit bspw. Sonnensegeln.
    • Integration von Hitzeschutzmaßnahmen in alle Sanierungs- und Bauprojekte.

2. Inwieweit werden für diesen Sommer Sonnensegel und Trinkbrunnen zum Schutz der Sportler*innen und Zuschauer*innen angeschafft?

Aktuell verhindert die Haushaltssperre die zeitnahe Anschaffung weiterer Sonnensegel oder Trinkwasserentnahmestellen.

Dennoch sollen folgende Maßnahmen, insbesondere bei Sanierungs- und Neubauprojekten, geprüft und umgesetzt werden, sofern es die Haushaltssituation hergibt:

•          Sonnensegel: Einsatz auf kleineren Sportanlagen oder Flächen, wo technisch machbar (z. B. Calisthenics-Anlagen, Bewegungsparcours) im Fachbereich Sport. Sonnensegel bei den Schulen liegen in deren eigener Beschaffungszuständigkeit, werden somit bei uns nicht erfasst.

•          Weitere Wasserspender (Berliner Wasserbetriebe) auf Sportanlagen des Fachbereichs Sport. Trinkbrunnen sind auf Schulstandorten nicht vorgesehen, da hier Problematiken bei Nichtnutzung (Winter, Ferien usw.) entstehen. Auch ist weder die Anschaffung noch Unterhaltung dieser Trinkbrunnen finanziell untersetzt.

•          Nutzung bestehender Bäume für verschattete Bereiche

•          Planung überdachter Sportflächen (z. B. Freilufthallen, Multifunktionssportflächen)

3. Wenn nein, aus welchem Grund konnten keine Maßnahmen ergriffen werden?

Die Haushaltssperre ist der Hauptgrund für die aktuell nicht möglichen Investitionen in zusätzliche Trinkbrunnen, Sonnensegel oder andere Hitzeschutzmaßnahmen. Wir arbeiten jedoch daran, Mittel aus weiteren Fördertöpfen zu akquirieren, um geplante Projekte umsetzen zu können.

Das Schul- und Sportamt sieht die Notwendigkeit, Sportstätten systematisch hitzeangepasst zu gestalten. Der Musterhitzeschutzplan des BMG (2025) und in Kürze auch der integrierte Sportentwicklungsplan bilden die Grundlage für unsere Maßnahmen. Für eine flächendeckende Umsetzung ist jedoch eine verlässliche Finanzierung erforderlich.

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